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Bericht: Teilnahme an Horizont 2020 Veranstaltung in Paris

Gründer und Gründungswillige haben sicherlich auf den bekannten Gründerseiten wie Deutsche Startups oder Förderland die Gastartikel von einem gewissen Herrn Chatterjee gelesen. Mit diesen machte er nicht nur auf ein neues EU-Förderprogramm namens „Horizont 2020“ aufmerksam, sondern auch auf seine Workshops, in denen er Gründern und KMUs erklärt, wie der Antrag gestellt werden muss, damit er durchkommt.

Ich wurde von einem Kollegen gefragt, ob ich ihn denn nicht zu solch einer Veranstaltung begleiten könnte. Er würde auch die Kosten übernehmen. „Ja warum denn nicht“, antwortete ich.

Wo finden die Veranstaltungen statt?

In Deutschland gab es m.W. zwei oder drei Veranstaltungen letzte Woche. In Hamburg, Berlin und München. Auf meine Nachfrage beim Organisator eyIF, dem der Herr Chatterjee zugehört, ob es weitere Veranstaltungen in nächster Zeit in Deutschland geben werde, antwortete man mir: „Eventuell noch einmal in München“.

Kosten des Workshops

Der Workshop besteht aus drei Teilen:

  1. Learn
  2. Do
  3. Validate

Man kann sich nur für einen Teil anmelden (z.B. nur Learn), Workshop 1 und 2 oder gleich das Gesamtpaket nehmen. Ersteres kostet 107 €, das Gesamtpaket 257 €. Wir nahmen das Komplettpaket.

Ablauf des Workshops

Es begann pünktlich um 9:30 Uhr. Die erste Session ging bis ca. 12:30 Uhr. In dieser Zeit gab es eine Kaffeepause. Von 12:30 bis 13:30 Uhr eine Mittagspause. Das Event endete gegen 17 Uhr, wobei bis dahin noch eine Kaffeepause von 10-15 Minuten eingelegt wurde.

Vor der Verantstaltung

Im Vorfeld der Veranstaltung gab es keine Informationen zum Ablauf des Event. Ich konnte jedoch in Erfahrung bringen, dass alle Veranstaltungen von Herrn Chatterjee selbst und daher in englischer Sprache abgehalten wurden.

Großartig vorbereitet haben wir uns auf die Veranstaltung nicht. War auch im Endeffekt nicht notwendig. Papiert und Stift oder einen Laptop zum Mitschreiben sollte man dennoch mitnehmen.

Am Morgen gab es Kaffee und Croissants, am Mittag einen Gutschein für die Kantine am Veranstaltungsort.

Die Veranstaltung

Als wir die Veranstaltungsraum mit einer Verspätung von ca. 15 Minuten betraten, war Herr Chatterjee inmitten seiner Präsentation. Die Veranstaltung fing also pünktlich an. In dem Raum saßen ca. 50 Leute (genauere Anzahl später erfahren: 55).

Die Module

Horizont 2020Im ersten Part ging es rein um das Informieren über Horizont 2020. Was hat die EU vor, wie viel Fördermittel stehen zur Verfügung, welche Projekte/Unternehen werden gefördert? etc. Alles recht ausführlich.

Um es kurz zusammenzufassen: Es gibt für Start-Ups und KMUs folgende drei Phasen:

  1. Phase 1: In dieser Phase bekommt man max. 50.000 €. Davon max. 40% beim Start und den Rest nach Ablauf der Förderungszeit (6 Monate). In dieser Phase hat das Vorhaben einen Prototypen bereits vorzuzeigen und möchte die Marktfähigkeit testen. Man kann es also als eine Seedfinanzierung sehen.
  2. Phase 2: Hier geht es mehr oder weniger um das Wachsen. Ein Unternehmen besteht, eine Marktvalidierung des Produktes ebenfalls. Man benötigt nun einen Hebel, um das Ganze so richtig zum Laufen zu bringen. Hiefür gibt es dann 500.000 – 2,5 Millionen Euro, von denen man max. 30% am Anfang, einen Teil in der Mitte der Laufzeit (muss zwischen 12-24 Monaten liegen) und den Rest am Ende bekommt.
  3. Phase 3: Hier geht es darum, einem KMU den Zugang zur nächsten Finanzierungsrunde zu ebnen. D.h. auch Coaching etc. Auf diese Phase wurde beim „Workshop“ auch nicht so sehr eingegangen, da das Publikum wohl eher im Bereich Phase 1 und 2 anzusiedeln war.

Im Modul „Do“ ging Herr Chatterjee dann auf den Antrag selbst ein, d.h. wie man diesen ausfüllt, einreicht etc. Er muss in englischer Sprache erfolgen und wird zentral eingereicht. Es gibt also keine lokalen Standorte. Die Anweisungen und Anforderungen des Templates sind dabei strikt zu befolgen, da sonst aus formalen Gründen abgelehnt wird.

Im Modul „Validate“ erzählte uns der Veranstalter dann, wie der Validierungsprozess abläuft. Drei unabhängige, sich nicht kennende Bewerter schauen sich die Bewerbung an und vergeben Punkte in den Kategorien

  • Excellenz
  • Impact
  • Quality

Insgesamt werden 3 x 5 Punkte vergeben, wobei die Mindestpunktzahl zum Weiterkommen 13 ist und es weitere Restriktionen gibt wie mindestens 4 Punkte in einer Kategorie.

Die Vergabe der Fördergelder erfolgt nach Innovationsstärke und nicht nach Quoten. D.h. ein lettisches Start-Up hat genauso gute Chancen wie ein deutsches.

Hat man sein Feedback mit seiner Punktebewertung erhalten, geht es zur Verhandlungsphase. Hier muss man sein Vorhaben noch einmal quasi mündlich verteidigen.

Die Veranstaltung hatte gegen Ende doch einen praktischen Teil, als Herr Chatterjee einen Freiwilligen aus dem Publikum aufs Podium holte und mit ihm in einem Schnelldurchlauf die Punkte des Antragformulars durchging und jedes Mal seinen Kommentar dazu abgab.

Meine Aufzeichnungen

Dieser Artikel soll einen ersten Eindruck der Veranstaltung vermitteln. Ich werde aber auch noch einmal meine Aufzeichnungen zusammenstellen (kann noch etwas dauern). Wer Interesse an diesen hat, kann mir gerne eine E-Mail schreiben und ich nehme ihn/sie in meinen Verteiler auf. Sobald diese fertig sind, melde ich mich dann. Diese werden nicht hier veröffentlicht.

Schreib' mir für die Aufzeichnungen der Horizont 2020 Veranstaltung
Meine E-Mail Adresse: a.m.yildirim(at)gmail.com

Mein Urteil zur Veranstaltung

Ich hätte mir gewünscht, dass die Veranstaltung eher in einem Workshop-Stil abgelaufen wäre, indem Teilnehmer aktiv mitgearbeitet hätten, im Modul „Do“ tatsächlich ein Antragsformular ausgefüllt und im Modul „Validate“ dieses tatsächlich grob bewertet worden wäre.

Zwar konnte man zwischendurch immer wieder Fragen stellen und diese wurden – wenn auch erst später – alle beantwortet. Dennoch ist eine so ein 6-Stunden-Vortrag ziemlich ermüdend. Die Konzentration und auch die Aufmerksamkeit nimmt ab. Zumal der Raum auch nicht durchlüftet werden konnte und es sehr warm dort wurde.

Ob man dafür 257 € verlangen und zahlen muss, ist einmal dahingestellt. Mit der Anreise, der Übernachtung und den Spesen wurde es tatsächlich ein etwas teureres Unterfangen.

Mein Urteil zu Horizont 2020

Nach der Veranstaltung unterhielt ich mich mit einigen Anwesenden und wir waren uns mehr oder weniger einig, dass der bürokratische Aufwand, das Verlangte und die Fördersumme gerade für Phase 1 die Mühe nicht wert sei. Da gibt es andere Förderprogramme, die für mehr Geld weniger Aufwand erfordern. Für den Horizont 2020 Antrag müsste man einen Mitarbeiter einplanen.

Dies wird wohl dazu führen, dass viele Gründer und KMUs keinen Antrag stellen werden. Auch wenn Herr Chatterjee eingangs meinte, „man solle sich seine Steuern zurückholen“, setzt die EU die Hürden hierfür recht hoch. Dennoch muss das Geld ausgegeben werden.

Wer die entsprechenden Nerven und die Zeit dafür hat, hat eventuell gute Chancen etwas vom Fördertopf zu erhalten.

UPDATE: Leider ist es mir nicht mehr möglich, die Aufzeichnungen zur Verfügung zu stellen. Ich bitte um Verständnis.

The Author

Ali Yildirim

Ich bin Diplom-Kaufmann und Gründer der Lernplattform CoboCards.com. 2009 gründete ich erstmalig ein Start-Up und gebe hier meine Erfahrungen an zukünftige Gründer weiter.

4 Comments

  1. Danke für den Hinweis, Mostafa.

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  2. Ein ähnliches Angebot gibt es von der Zenit GmbH. Sie unterstützen auch die Unternehmen beim Antrag. Man kann auch direkt ein Berater treffen.
    Sie wird vom Land und EU glaube ich finanziert. Sehr guter Service und na ja günstig.

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